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Vergütungsstrukturen

Vergütungsmanagement erklärt

Das Vergütungsmanagement verbindet Vergütungsanalysen mit der Gestaltung von Gehaltsbändern, um Unternehmen dabei zu unterstützen, die Gehaltsverteilung zu verstehen, Vergütungsniveaus zu definieren und faire, gradebasierte Vergütungsstrukturen zu implementieren.

Im Kern beantwortet ein effektives Vergütungsmanagement drei Fragen:

Wie sind die Gehälter aktuell verteilt?

Wie sollten Stellen im Verhältnis zueinander vergütet werden?

Wie bleiben Vergütungsentscheidungen langfristig fair, wettbewerbsfähig und nachvollziehbar?

Grade-Strukturen

Eine Grade-Struktur ist eine Hierarchie von Leveln, in die Stellen mit weitgehend vergleichbaren Anforderungen eingeordnet werden.

Grades bieten eine einheitliche Methode, um Stellen anhand ihrer Stellenwertigkeit zu gruppieren. Sie bilden das Rückgrat von Vergütungsanalyse, Benchmarking und Karriereentwicklung.

Stellenbewertung als Fundament

In gradar entstehen Grades als Ergebnis einer analytischen Stellenbewertung über drei Karrierepfade hinweg:

Fachlaufbahn (Individual Contribution)
Von angelernten und ungelernten Tätigkeiten über Fachkräfte und Spezialistinnen und Spezialisten bis hin zu strategischen Expertinnen und Experten.

Führungslaufbahn (People Management)
Stellen mit Schwerpunkt auf disziplinarischer Führung, organisatorischer Verantwortung und Budgetverantwortung.

Projektmanagementlaufbahn (Project Management)
Stellen, die für die Planung und Umsetzung zeitlich begrenzter Initiativen mit Verantwortung für Menschen, Budgets und Ressourcen zuständig sind.

Jedes Grade spiegelt zentrale Aspekte der Stelle wider, wie Zeitrahmen, Verantwortung, Führungsspanne und Komplexität.

Organigramm mit den Berufsfeldern Verwaltung, Entwicklung und IT samt Unterkategorien und Rollen

Von Grades zu Vergütungsstrukturen

Eine Grade-Struktur wird zu einer Gehaltsstruktur, wenn jedem Grade eine Gehaltsstufe zugeordnet wird.

Vergütungsstrukturen beschreiben die Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit einer Organisation und wandeln die Stellenwertigkeit in Gehaltsspannen um.

Gehaltsbänder

Gehaltsbänder (auch als Gehaltsspannen, Gehaltsstufen oder Gehaltsskalen bezeichnet) legen das Minimum- und Maximumgehalt für jede Gehaltsstufe fest.

Sie:

Setzen klare Leitplanken für Vergütungsentscheidungen

Unterstützen die Gehaltsentwicklung auf der Basis von Beitrag, Leistung oder Betriebszugehörigkeit

Reduzieren willkürliche oder inkonsistente Gehaltsergebnisse

Gehaltsbänder werden gespeist aus:

Ergebnissen interner Stellenbewertungen

Analyse von internen Gehaltsverteilungen

Analyse von externen Marktbenchmarks

In detaillierten Grading-Strukturen sind Gehaltsbänder in der Regel enger als in breitbandigen Systemen. Das ermöglicht eine genauere Steuerung und eine klarere Differenzierung.

Balkendiagramm mit steigenden Gehaltsstufen von 40.000 in Stufe 6 bis fast 180.000 in Stufe 20

Vergütungsgruppen

Manche Organisationen führen innerhalb der Gehaltsbänder Vergütungsgruppen ein, um die erwartete Gehaltsentwicklung über die Zeit hinweg abzubilden.

Diese sind in tarifgebundenen Umgebungen verbreitet und zeigen häufig:

Einstiegsgehalt

Meilensteine der Gehaltsentwicklung

Auf der Betriebszugehörigkeit basierende Referenzpunkte

Vergütungsgruppen sind besonders nützlich, wenn Unternehmen Monatsgehälter und strukturierte Gehaltserhöhungen in ihrer Vergütungsphilosophie nutzen.

Tabelle mit Entgeltgruppen 1 bis 18 und nach Jahren 1, 2, 4 und 6 steigenden Entgeltstufen in zunehmenden Farbabstufungen

Differenzierung innerhalb der Vergütungsstrukturen

Nicht alle Mitarbeitenden müssen sich in der Gehaltsstruktur gleich fortbewegen.

Leistung und Beitrag

Betriebszugehörigkeit und Erfahrung

Kompetenzentwicklung und Kompetenzzuwachs

Marktknappheit oder Nachfrage nach kritischen Fähigkeiten

Interne Entwicklung und Beförderungskriterien

Viele Unternehmen nutzen diese Faktoren, um zu bestimmen, wie sich Mitarbeitende im Laufe der Zeit innerhalb der Gehaltsbänder bewegen, um so individuelle Leistung zu belohnen und gleichzeitig die allgemeine strukturelle Konsistenz zu bewahren.

Ein klares Konzept zur Gehaltsdifferenzierung sorgt dafür, dass Gehaltsentscheidungen fair und nachvollziehbar getroffen werden und dass die Gehaltsentwicklung sowohl die Unternehmensstrategie als auch die individuelle Leistung widerspiegelt.

Gehaltsbänder modellieren: ein evidenzbasierter Prozess

Die Gestaltung der Vergütungsstruktur ist keine reine Formel – es handelt sich vielmehr um einen fundierten Gestaltungsprozess.

Eine effektive Modellierung von Gehaltsbändern stützt sich auf vier Quellen:

Interne Daten
Ergebnisse der Stellenbewertung und Analyse der aktuellen Gehälter.

Marktbenchmarks
Externe Vergütungsniveaus für vergleichbare Stellen.

Werte der Stakeholder
Unternehmenskultur, Risikobereitschaft und strategische Ziele.

Fachliches Urteilsvermögen
Expertise im Ausbalancieren von Fairness, Flexibilität und Finanzierbarkeit.

Schritt 1: Aktuelle Vergütung analysieren

Der Prozess beginnt mit einer Analyse der Gehaltsverteilung nach Grade.

Dazu gehören:

Zuordnung der Mitarbeitenden zu bewerteten Stellen

Normalisierung der Gehaltsdaten (z. B. Vollzeitäquivalente)

Auswertung der Verteilungen über Streudiagramme und Perzentile

Diese Analyse zeigt, wo Gehälter eng beieinanderliegen und wo sie breit gestreut sind, und gibt Aufschluss darüber, wie anspruchsvoll die Modellierung von Gehaltsbändern werden kann.

Schritt 2: Mit Marktdaten vergleichen (optional)

Das Markt-Benchmarking umfasst:

Individuelle Compa-Ratio-Analysen

Aggregation von Benchmark-Daten auf Grade-Ebene

Compa-Ratios vergleichen die tatsächliche Vergütung mit Marktreferenzpunkten (z. B. dem Median). Eine Gesamt-Compa-Ratio von 98 % bedeutet etwa, dass die Vergütung im Durchschnitt 2 % unter dem Marktmedian liegt.

gradar automatisiert die Abstimmung von Gehaltsstufen mit Referenzpositionen aus Drittanbieter-Marktdaten und Tarifverträgen.

Schritt 3: Gehaltsbänder modellieren

Auf der Grundlage interner und externer Daten werden Gehaltsbänder um grade-spezifische Midpoints herum gestaltet.

Typische Ansätze sind:

±20 % Bandbreite um den Midpoint

Anpassung des Grundgehalts an den Marktmedian

Positionierung der Gesamtvergütung im oberen Quartil

Einige Strukturen nutzen segmentierte Bänder (z. B. unteres, mittleres und oberes Drittel), um eine Differenzierung zu ermöglichen.

Es gibt keine universell "richtige" Struktur. Das endgültige Design spiegelt die Strategie der Organisation, ihren Flexibilitätsbedarf und ihre langfristigen Entwicklungsziele wider.

Schritt 4: Gehaltsbänder einführen

Sobald die Gehaltsbänder definiert sind, können Organisationen damit beginnen, Mitarbeitende in die neue Struktur zu überführen.

Dazu gehören:

Die Überprüfung der aktuellen Gehälter anhand der neuen Gehaltsbänder

Die Identifikation von Mitarbeitenden unterhalb, innerhalb oder oberhalb der Spanne

Die Planung von Anpassungsstrategien und Zeitplänen für die Überführung der Mitarbeitenden in die Gehaltsbänder

Dieser Schritt hilft, die Einführung praxisnah und kontrolliert zu steuern und dabei interne Fairness, Budgetüberlegungen und Erwartungen der Mitarbeitenden auszubalancieren.

Wo Lücken bestehen, können Unternehmen folgende Maßnahmen ergreifen:

Gehälter sofort anheben, wenn kritische Korrekturen nötig sind

Anpassungen über mehrere Gehaltsrunden hinweg schrittweise vornehmen

Red-Circle- oder Green-Circle-Regelungen für Gehälter außerhalb der neuen Spanne anwenden

Ein strukturierter Übergangsplan stellt sicher, dass die Einführung der Gehaltsbänder transparent, handhabbar und im Einklang mit der übergreifenden Vergütungsstrategie erfolgt.

Warum Struktur zählt

Studien zeigen, dass die Zufriedenheit mit der Vergütung stärker mit der wahrgenommenen Fairness verknüpft ist als mit dem Prozess allein.

Ohne klare Strukturen:

Lässt sich Fairness nicht belegen

Werden Entscheidungen schwerer erklärbar

Nehmen Verzerrungen und Inkonsistenzen zu

Stellenbewertung und strukturierte Vergütungssysteme sind unverzichtbare Instrumente, um Equal Pay, Transparenz und belastbare Vergütungsentscheidungen zu erreichen.