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Laufbahnmodelle und Karrierepfade

Fachliche Laufbahnmodelle und Karrierepfade

Fachliche Laufbahnmodelle und Karrierepfade sind zentrale Instrumente moderner Personalentwicklung. Sie ermöglichen Organisationen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten effektiver zu verteilen und Entwicklungsmöglichkeiten jenseits der klassischen Führungslaufbahn zu schaffen.

Auch als Karriereleitern oder Karrierematrix bezeichnet, bieten Fachlaufbahnen eine Alternative zur Führungslaufbahn. Sie erlauben es, fachliche und prozessuale Verantwortung systematisch von Führungskräften auf Spezialistinnen und Spezialisten zu übertragen.

Idealerweise gilt:

Führungskräfte konzentrieren sich auf die disziplinarische und organisatorische Führung von Mitarbeitenden und Organisationseinheiten

Fachkräfte leisten ihren Beitrag in erster Linie durch die Anwendung und Entwicklung spezifischer, technischer Expertise

In der Praxis werden Führungskräfte jedoch häufig als „Top-Experten“ behandelt und übernehmen weiterhin fachliche und inhaltliche Aufgaben, was wirksame Führung beeinträchtigen kann.

Akzeptanz und organisationaler Wandel

Der Erfolg bei der Einführung eines Fachlaufbahn-Modells hängt maßgeblich ab von:

Bestehenden organisationalen Praktiken

Der Bereitschaft von Führungskräften und Mitarbeitenden zur Veränderung

Der kulturellen Bereitschaft, Expertise von formaler Autorität zu entkoppeln

In stark hierarchischen Organisationen verläuft dieser Übergang oft schwieriger und disruptiver.

Das Problem mit den Statussymbolen

Führungsverantwortung ist häufig mit sichtbaren Statusveränderungen verbunden, etwa:

Änderungen der Job-Titelnges in job title

Umzug in ein Einzelbüro

Wahl von hochwertigen Geräten (Smartphones, Tablets, Laptops)

Wechsel von tariflicher zu außertariflicher Vergütung

Gewährung oder Erhöhung eines Zielbonus

Gewährung eines Firmenwagens oder erhöhte Mobilitätszulagen

Angebot von Zusatzleistungen wie Spezialversicherungen und Vorsorgeuntersuchungen

Diese Symbole wirken als Zeichen der Macht und verstärken die Vorstellung, dass Führungsrollen grundsätzlich wertvoller seien als Fachrollen.

Fach- und Führungslaufbahn gleichwertig gestalten

Eine Fachlaufbahn kann nur dann als gleichwertig zur Führungslaufbahn gelten, wenn:

Senior-Expertenrollen die gleichen oder gleichwertige Benefits erhalten

Statussymbole an den Stellenwert und nicht an die hierarchische Position gekoppelt sind

Traditionelle Symbole durch egalitärere organisationale Praktiken ersetzt werden

Ein modernes Stellenbewertungssystem (wie gradar) genutzt wird, um alle Karrierepfade konsistent zu bewerten

Auch wenn Machtdynamiken in jeder Organisation existieren, können fachliche Karrierepfade dazu beitragen, Verantwortung gleichmäßiger zu verteilen und das Risiko von Machtkonzentration zu verringern.

Organisationsbeispiel: Laufbahnmodelle im Personalbereich

In diesem Beispiel trägt die Vice President Human Resources die Gesamtverantwortung für den Personalbereich und konzentriert sich dabei auf die strategische Führung und das Personalmanagement.

Operative und fachliche Aufgaben werden wie folgt delegiert:

Directors leiten operative Teams und spezialisierte Fachbereiche

Senior Experts fungieren als Product Owner für HR-Teildisziplinen

HR Scrum Master begleiten Sprints und sichern den Informationsfluss

Interdisziplinäre Entwicklungsteams entwerfen, bewerten und implementieren Prozesse und Produkte – in Sprints.

Jeder Mitarbeitende kann an Sprints teilnehmen, wenn es das Tagesgeschäft zulässt.

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Laufbahnmodelle und Karrierepfade

Laufbahnmodelle zeigen Entwicklungsoptionen auf, definieren jedoch keine detaillierten Aufgaben oder Stellenwertigkeit. Diese werden separat mithilfe von Instrumenten zur Stellenbewertung und zum Quervergleich dokumentiert.

Erfolgsfaktoren für fachliche Karrierepfade

Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert:

Gleichwertigkeit zwischen Fach- und Führungslaufbahn

Expertinnen und Experten, die fachlich/inhaltlich Bereiche leiten

Führungskräfte, die Menschen führen können und wollen

Projektmanagerinnen und Projektmanager mit Budget- und Ergebnisverantwortunganagers with responsibility for budgets and delivery

Mitarbeitende, die befähigt sind, Prozesse und Produkte zu entwickeln und umzusetzen

Fachkräften werden von den Entscheidungsgremien Aufgaben und Verantwortung übertragen, neue Prozesse und Produkte zu entwickeln, über den Fortschritt zu berichten und die Umsetzung kommunikativ zu begleiten. Der Kommunikationsaspekt ist besonders wichtig, um die Expertenrolle in der Organisation sichtbar zu machen. Bei Bedarf werden Experten als Product Owner eingesetzt.

Scrum Master arbeiten in Unternehmen oder Abteilungen mit etablierten Scrum-Prozessen. Sie vermitteln zwischen den Rollen und sorgen dafür, dass die Teammitglieder angemessen von operativen Aufgaben entlastet werden und die Freiheit haben, sich als Entwicklungsteam zu organisieren. In diesem Szenario muss die Rolle der Projektmanager hinterfragt werden.

Organisationstheorie in der Stellenbewertung

Aus organisationstheoretischer Perspektive werden Stellen anhand von drei Dimensionen bewertet:

Input – Wissen, Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrung

Throughput – Einfluss auf Prozesse und Abläufe

Output – Ergebnisse, die von der Rolle erbracht oder verantwortet werden

Eine vierte Dimension hat in modernen Organisationen an Bedeutung gewonnen:

Kommunikation und soziale Interaktion

Dies spiegelt Veränderungen in der Arbeitswelt wider, darunter Automatisierung, Digitalisierung und die Zunahme dienstleistungsorientierter Tätigkeiten.

Veränderte Erwartungen an Führung

Im Zuge der Weiterentwicklung der Arbeitswelt verlagert sich die Führungsrolle weg von der Erteilung von Anweisungen hin zu:

Motivation von Teams

Wirksamer Kommunikation

Konfliktlösung

Bereichsübergreifender Koordination

Systeme zur Stellenbewertung müssen diese Realitäten abbilden.

Gleichwertigkeit von Arbeit bestimmen

Um den modernen Anforderungen an Fairness, Diskriminierungsfreiheit und Transparenz gerecht zu werden, berücksichtigt das Stellenbewertungs-Framework von gradar alle vier Dimensionen.

Dies ermöglicht:

Eine umfassende Bewertung des Stellenwerts

Die Vermeidung von Doppelgewichtungen

Einen fairen Vergleich über verschiedene Karrierepfade hinweg

Faktorabdeckung

Input: Fachwissen, Erfahrung

Throughput: Problemlösung, funktionale Verantwortung (IC), Projektleitung (PM), Führungsspanne (MM), Einfluss auf Prozesse

Output: Organisatorische, funktionale oder projektbezogene Verantwortung

Organisational Knowledge: Spiegelt moderne, flache und agile Organisationsstrukturen wider

Moderne Strukturen mit flachen Hierarchien oder „agilen" Umgebungen erfordern ein höheres Maß an Eigenverantwortung, Flexibilität und Kenntnis der internen Zusammenhänge von den Stellen und ihren Inhabern. Dieser Faktor basiert unter anderem auf der Arbeit von Prof. McFarlane, Stanford University, der einen weiten Organisationsbegriff in seiner Forschung zur Organisationsanalyse verwendet. Seine Definition umfasst auch informelle oder nicht kodifizierte Strukturen, sodass eine Gruppe von Menschen, die sich zu einem gemeinsamen Zweck mit einer Reihe von Praktiken und Wissen zusammenschließen, als eine Organisation angesehen werden kann.

Indirekt hat dies auch Einfluss auf den Faktor Prozesse, da Organisationen mit einer minimalen hierarchischen Tiefe oft stark prozessorientiert sind.

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